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Tipps zum Vogelzug im Frühjahr an der Müritz

Der Vogelzug ist das größte Naturspektakel an der Müritz. Der Frühjahrszug läuft jedoch ganz anders ab als der Herbstzug. Das liegt daran, dass die Zugvögel im Frühjahr weniger gemeinsam rasten, sondern möglichst schnell versuchen die besten Brutreviere zu besetzen. Dennoch liegt wahrlich ein Zauber in der Luft, wenn das Trompeten der Kraniche durch die Frühlingsluft schallt. Sie sind mit der Rückkehr im März einer der ersten Zugvögel, dicht gefolgt von den Fischadlern und Störchen.

Fischadlerparadies Südmüritz

Die Fischadler kommen ab Anfang März aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück und beginnen mit der Paarung. Anfang April sieht man dann die Weibchen auf dem Horst brüten, während die Männchen vornehmlich für Nahrung sorgen. Auch nach dem Schlüpfen bleibt das Weibchen auf dem Horst, um die Jungen vor Sonne, Wind und Wetter zu schützen. Schon nach 7 Wochen beginnen die ersten Flugübungen, die fortan täglich ausgeweitet werden, bis die Jungvögel Ende Juni bereit sind den Horst das erste Mal zu verlassen. Schon Mitte August fliegt das Weibchen allein zurück ins Winterquartier. Die alleinige Verantwortung für die nun jugendlichen Adler hat jetzt das Männchen.

Die Gemeinde Südmüritz ist ein Fischadlerparadies. Rund um Ludorf können 4 Fischadlerhorste vom Wegesrand beobachten werden. Ferngläser sind an der Rezeption erhältlich.

Fischadler versus Seeadler

Eine weitere an der Müritz beheimatete Adlerart ist der Seeadler. Mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,50 Meter ist er der unangefochtene König der Lüfte. Unsere Seeadler sind keine Wandervögel, sondern überwintern an der Müritz, meist in Gesellschaft von wandernden Artgenossen aus den nordischen Ländern. Um die beiden Adlerarten klar voneinander unterscheiden zu können, achten Sie auf folgende Merkmale:

  • Spannweite: Seeadler bis 2,50 m – Fischadler bis 1,60 m
  • Schwingen: Seeadler gerade und brettartig – Fischadler gewinkelt, spitz zulaufend
  • Farbgebung: Seeadler dunkle Erscheinung – Fischadler dunkle Oberseite, weiße Unterseite
  • Flug: Seeadler eher schwerfällig – Fischadler schnell und elegant
  • Horst: Seeadler versteckt im Wald – Fischadler auf Strommasten und freistehenden Bäumen

Frühlingsbote Storch

Der Storch bezieht schon seit Generationen nur wenige Meter vom Gutshaus entfernt sein Nest und stolziert nicht selten zwischen den Liegen auf der Wiese hinter dem Haus herum. Kaum ein Großvogel hat sich derart eng dem Menschen angeschlossen. Ab März ist er von seiner bis zu 10.000 Kilometer langen Reise aus Afrika zurück und wieder bei uns zu sehen. Die im Mai schlüpfenden Jungen, werden in den ersten drei Wochen noch von einem Altvogel beschützt. Krähen, Greifvögel und Artgenossen haben es auf sie abgesehen, das haben wir leider auch in Ludorf schon miterlebt. In einem erstaunlichen Tempo wachsen nun die Jungtiere, ständig versorgt durch die emsig fütternden Eltern, in ungefähr zwei Monaten zu ausgewachsenen Tieren heran. 

Beobachten lassen sich unsere Störche am besten von der Restaurant Terrasse, bei einem Stück hausgebackenen Kuchen und einer Tasse Kaffee. Der besondere Tipp für Storchenfans: das Storchenzimmer, ein Doppelzimmer im Dachgeschoss, von dessen Fenster man direkt in das Nest hineinschauen kann.

Vogelbeobachtung rund um Ludorf

Um die Vogelwelt optimal zu beobachten ist der Aussichtspunkt „NSG Großer Schwerin mit Steinhorn“ zu empfehlen. Nur 2 km von Ludorf entfernt, am Müritz-Rundweg Richtung Röbel, können von einer Anhöhe, zwei unter Naturschutz stehende Halbinseln sowie ein Großteil der Müritz gut überblickt werden. Hier befinden sich die Jagdgründe der Fisch- und Seeadler, sowie die Brutplätze zahlreicher Wasservögel. Der Sonnenuntergang über dem „kleinen Meer“ und der Anflug der Kraniche, das sind die magischen Momente, die so schnell nicht vergessen werden.

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