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Die Hauptstadt der Mecklenburgischen Seenplatte

Verwaltungssitz des größten Landkreises Deutschlands, drittgrößte Stadt Mecklenburg-Vorpommerns und Perle der Backsteingotik – das ist Neubrandenburg, eine Stadt deren Besuch sich lohnt.

Neubrandenburg – Vier-Tore-Stadt

Wie der Name vermuten lässt gehörte die Stadt Neubrandenburg zur Zeit ihrer Gründung im Jahr 1248 zum Gebiet der Markgrafen von Brandenburg. Als Teil des Stargarder Lands, im Dreieck zwischen Brandenburg, Pommern und Mecklenburg, wurde die Stadt immer wieder Opfer von Überfällen. Um das Jahr 1300 durften die Neubrandenburger zum Schutz eine Stadtbefestigung errichten, die im 15. Jh. durch drei spätgotische Toranlagen ergänzt wurde (ein viertes Tor kam später hinzu) und heute den Markenkern der Stadt ausmacht. Die Stadtmauer ist vollständig erhalten und umschließt in 2,3 km Länge die kreisförmig angelegte Innenstadt. In den regelmäßig auf den Mauervorsprüngen (sog. Wieken) gebauten Fachwerkhäusern (sog. Wiekhäuser) befinden sich heute kleine Gaststätten oder Wohnungen.

Meisterstücke gotischer Baukunst

Als solche gelten nicht nur die Wehranlage mit ihren Toren, sondern auch zwei kirchliche Gebäude, die heute modern genutzt werden und Neubrandenburg zu einem bedeutenden Standort der Backsteingotik machen. Die Gotik kam mit den Mönchsorden und Kaufleuten der Hanse in die Region. Die Franziskaner gründeten ein Kloster, dessen Überreste seit 2013 das Regionalmuseum Neubrandenburg beherbergen. Mit der Lübecker Marienkirche als Vorbild entstand im 13. Jh. die Neubrandenburger Marienkirche als gotische Hallenkirche. Zweimal wurde sie zerstört und blieb beide Male über lange Zeit hinweg Ruine. Von 1676 bis 1841 und von 1945 über die gesamte Zeit der DDR bis zur Wiedereröffnung als modernster Konzertsaal von internationalem Rang im Jahr 2001. Im Turm befinden sich heute eine Ausstellung zum Wiederaufbau und eine Aussichtsplattform.

Der große Stadtbrand

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die überwiegend aus dem 18. und 19. Jahrhundert stammende Bausubstanz der Altstadt aufgrund einer systematischen Brandlegung durch die Rote Armee zu mehr als 80 Prozent zerstört. Dem Großbrand im April 1945 fielen sämtliche öffentlichen Gebäude der Altstadt und der überwiegende Teil der bürgerlichen Wohn- und Geschäftshäuser innerhalb der Stadtmauer zum Opfer, darunter auch das (groß-)herzogliche Palais (Stadtschloss) und das alte Rathaus auf dem Marktplatz. Nur wenige Gebäude haben den Brand überstanden, dazu gehören das 1793/94 erbaute Schauspielhaus, das älteste erhaltene Theatergebäude Mecklenburgs, sowie die Neubrandenburger Kunstsammlung, die dem großen Stadtbrand mit dem „Brandzimmer“ eine Sonderausstellung gewidmet hat.

Stadt der architektonischen Kontraste

In der DDR-Zeit wurde die gesamte Innenstadt im Stil der Nationalen Tradition, einem historisierenden Baustil der 50er Jahre, auf dem alten Stadtgrundriss wiederaufgebaut. Mit der Zunahme der Bedeutung Neubrandenburgs als Bezirksstadt (1952-1990), wächst auch ihre Bevölkerung enorm an. Ende 1955 lebten hier ca. 27.000 Menschen, im Dezember 1988 waren es knapp über 90.000. Ausdruck dieses Wachstums sind riesige Neubaugebiete rund um die Stadt, mit in industrieller Typenbauweise gefertigten Plattenbauten. Einige dieser Hochhausembles stehen trotz ihrer Massivität und Monotonie heute als typische Bauwerke der Ostmoderne unter Denkmalschutz. Mit dem Haus der Kultur und Bildung und dem dazugehörigen Turm (sog. Kulturfinger) ist das provokanteste Element des modernen Städtebaus direkt in das Herz der Stadt gebaut worden. Als neuer Solitär ist er neben der Marienkirche eine der Höhenmarken Neubrandenburgs und bietet von seiner Aussichtsplattform im obersten Stock eine schöne Aussicht auf die Stadt am Tollensesee.

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