Adam Levin von Knuth erblickte am 1. März des Jahres 1648 als fünftes von neun Kindern auf dem Gut Leizen in Mecklenburg das Licht der Welt. Mitglieder der Familie Knuth traten bereits seit dem 13. Jahrhundert als Grundherren im südlichen Mecklenburg auf. Vater Jacob Ernst von Knuth stieg im Dreißigjährigen Krieg zum Rittmeister auf und stand in sächsischen, dänischen sowie schwedischen Diensten. Seine Mutter Elisabeth von Morin brachte die Güter des aussterbenden mecklenburgischen Rittergeschlechts Morin in die Familie ein. Er wurde in schwierigen Zeiten geboren, denn der Krieg hatte das Land verwüstet und seine Bewohner ruiniert.

Wie viele mecklenburgische Adlige suchte auch die Familie Knuth ihr Glück außerhalb Mecklenburgs. So ergab sich die Möglichkeit, dass ein Verwandter Adam Levin nach Dänemark holte. Vincent Joachim Hahn (1632–1680) entstammte einer alten mecklenburgischen Adelsfamilie, verlor jedoch bereits als Kind seinen Vater, der 1635 bei der Verteidigung seiner Güter während des Dreißigjährigen Krieges fiel. Seine Mutter floh mit ihren Kindern nach Dänemark, wo er König Friedrich III. vorgestellt wurde. Nach einer sorgfältigen Ausbildung, Reisen an europäische Höfe und Diensten als Offizier stieg er 1661 zum Oberjägermeister Dänemarks auf und gehörte fortan zum engsten Kreis des dänischen Hofes. Er sorgte dafür, dass Adam Levin als Page des Kronprinzen bei Hofe aufgenommen wurde.
Kronprinz Christian, der spätere König Christian V. (1646–1699), war der älteste Sohn König Friedrichs III. Schon als Jugendlicher umgab er sich mit einem Kreis junger Adliger, zu denen ab 1664 auch Adam Levin von Knuth als Page gehörte. Zwischen beiden entwickelte sich ein enges Vertrauensverhältnis, das Adam Levin nach Christians Thronbesteigung den Aufstieg zu einem der einflussreichsten Männer am dänischen Hof ermöglichte.

Mit der Einführung des Absolutismus im Jahr 1660 wandelte sich Dänemark grundlegend. Friedrich III. und später Christian V. suchten gezielt nach loyalen Dienern der Krone. Dabei griffen sie häufig auf Adlige aus Mecklenburg, Holstein oder anderen deutschen Territorien zurück. Diese standen den alten dänischen Adelsfamilien fern und verdankten ihre Karriere allein der Gunst des Königs – ein Umstand, der ihre Loyalität gegenüber dem Monarchen stärkte. Christian V., der vor seiner Thronbesteigung auf seiner Kavalierstour den Hof Ludwigs XIV. in Frankreich kennengelernt hatte, orientierte sich dabei in vielerlei Hinsicht am französischen Absolutismus.
In diesem System stieg Adam Levin von Knuth zu einem der wichtigsten Männer am dänischen Hof auf. Als Oberkammerjunker stand er an der Spitze der königlichen Kammer und gehörte damit zu jenem kleinen Kreis von Hofbeamten, die unmittelbaren persönlichen Zugang zum Monarchen hatten. Seit 1681 leitete er zudem gemeinsam mit dem Oberhofmarschall und Schatzmeister Peter Brandt die Hofhaltung und verwaltete die Privatkasse des Königs. Es folgten die Ernennung zum Amtmann von Kopenhagen, die Aufnahme in den Dannebrogorden, die Berufung zum Geheimen Rat sowie schließlich zum außerordentlichen Beisitzer am Obersten Gerichtshof. Seine außergewöhnliche Laufbahn zeigt beispielhaft, wie persönliche Loyalität im absolutistischen Dänemark mit höchstem Vertrauen und bedeutenden Ämtern belohnt wurde.
Mit seinen zahlreichen Hof- und Staatsämtern gingen erhebliche Einkünfte einher. Neben seinen Gehältern als Oberkammerjunker und Amtmann erhielt Adam Levin von Knuth regelmäßig großzügige Geld- und Landschenkungen des Königs. Zu seinen bedeutendsten Erwerbungen zählten Tybjærggaard, Assendrup und schließlich das prachtvolle Gut Gisselfeld, das er durch Käufe und Tauschgeschäfte systematisch vergrößerte. Die Kirche Bråby bei Gisselfeld ließ er durch eine Familiengruft erweitern.

In den zeitgenössischen Quellen wird Adam Levin als gewinnsüchtig beschrieben und ausländische Gesandte berichten, dass sie seine Freundschaft suchten, weil sie sich davon Vorteile am Hof versprachen. Die schwedischen Gesandten waren naturgemäß besonders kritisch, weil Schweden der wichtigste Rivale Dänemarks war und der Öresundzoll den schwedischen Ostseehandel unmittelbar belastete. Seit dem 15. Jahrhundert musste nahezu jedes Handelsschiff, das den schmalen Sund zwischen Dänemark und Schweden passierte und damit die Ostsee befahren wollte, einen Zoll entrichten. Der Öresundzoll zählte zu den wichtigsten Einnahmequellen der dänischen Krone. Die Erträge, die der Privatkasse des Königs zuflossen, wurden von Adam Levin von Knuth verwaltet – ein eindrucksvoller Beleg für das außergewöhnliche Vertrauen, das Christian V. seinem engsten Vertrauten entgegenbrachte.
Der Tod seiner Eltern führte zu einem Erbvergleich, Jacob Ernst starb 1676, Elisabeth folgte ihm nur wenige Jahre später. Im Jahr 1680 teilten die Brüder den umfangreichen Familienbesitz unter sich auf, wobei Adam Levin die Güter Ludorf und Zielow erhielt. Obwohl er den größten Teil seines Lebens am dänischen Königshof verbrachte und Ludorf vermutlich nur selten persönlich besuchte, entschied er sich, hier ein repräsentatives Herrenhaus errichten zu lassen. Das heutige Gutshaus Ludorf entstand als Ausdruck seines wirtschaftlichen Erfolgs und seines gesellschaftlichen Aufstiegs.
Obwohl das Gutshaus Ludorf erst 1698 entstand, orientiert sich seine Architektur weniger am üppigen Hochbarock als an der klaren Formensprache der norddeutschen Backsteinrenaissance. Gerade diese Bauweise prägte zahlreiche dänische Herrenhäuser des 16. und frühen 17. Jahrhunderts. Als enger Vertrauter König Christians V. dürfte Adam Levin von Knuth viele dieser Adelssitze aus eigener Anschauung gekannt haben. Ob sie ihm als Vorbild dienten, ist zwar nicht überliefert, doch Ludorf fügt sich auffallend gut in diese gemeinsame norddeutsch-dänische Bautradition ein.

Eine der wichtigsten Quellen zur Baugeschichte des Gutshauses befindet sich bis heute über dem Eingangsportal. Die Inschrift nennt Adam Levin von Knuth ausdrücklich als Bauherr und berichtet, dass er im Jahr 1698 den „uralten adeligen Hof Ludorf anhero transportiren und neu bauen lassen“ habe. Gemeint ist damit die Verlegung des alten Stammsitzes der Familie Morin im benachbarten Dorf Morin nach Ludorf. Mit der Errichtung des neuen Herrenhauses bestimmte Adam Levin Ludorf dauerhaft zum Siedlungsmittelpunkt, während Morin seine Bedeutung verlor und schließlich zur Wüstung wurde.
Am Abend des 12. Januar 1699 verbrachte Adam Levin von Knuth wie gewöhnlich den Abend in Gesellschaft König Christians V. Am nächsten Morgen, dem 13. Januar, fand man ihn im Alter von nur 50 Jahren tot in seinem Bett. Obwohl er zu den einflussreichsten Männern des dänischen Königreichs zählte, hinterließ er keine Nachkommen. Über viele Jahre war Adam Levin mit Hilleborg Holck verlobt, einer Hofdame Königin Charlotte Amalies und Tochter des Grafen Christian Christoffer Holck. Aus unbekannten Gründen kam es jedoch nie zur Hochzeit. Hilleborg blieb unverheiratet und wurde nach ihrem Tod 1724 an seiner Seite in der Kirche von Bråby beigesetzt. Einer Überlieferung zufolge fand man bei einer späteren Öffnung ihres Sarges unter ihrem Kopf ein Bündel Briefe, von dem man hoffte, es könne den Grund für die nie geschlossene Ehe verraten. Aus Pietät wurden die Briefe jedoch nicht geöffnet – und so blieb das Geheimnis ihrer lebenslangen Verbindung bis heute ungelöst.
Während manche Zeitgenossen Adam Levin wegen seiner außergewöhnlichen Nähe zum König beneideten und ihn als wenig gebildeten Höfling verspotteten, dessen Wissen sich angeblich darauf beschränkte, „die verschiedenen Weinsorten zu kennen, mit denen er sich täglich vollaufen lässt“, zeichnen neuere Forschungen heute ein deutlich ausgewogeneres Bild. Sein Einfluss beruhte weniger auf politischer Macht als auf dem uneingeschränkten Vertrauen König Christians V., dem er über Jahrzehnte loyal verbunden war.

Dieses Vertrauen nutzte er offenbar auch, um Angehörige seiner Familie und enge Weggefährten zu fördern. Sein Bruder Eckhard Christoph von Knuth begründete später die dänische Linie des Hauses Knuth, aus der die Grafschaft Knuthenborg hervorging. Auch seine Neffen aus den Familien von Witzleben und von Linstow fanden ihren Weg in dänische Dienste, ebenso wie sein enger Freund Christian Siegfried von Plessen, den Adam Levin nachweislich unterstützte und der später zu einem der bedeutendsten Staatsmänner Dänemarks aufstieg.
So wirkte Adam Levin von Knuth nicht nur durch seine eigenen Ämter, sondern auch als Förderer eines mecklenburgischen Netzwerks, das den dänischen Staat über mehrere Generationen mitprägte. Das Gutshaus Ludorf ist bis heute ein steinernes Zeugnis dieser außergewöhnlichen Verbindung zwischen Mecklenburg und Dänemark.
