Seit weit mehr als 1000 Jahren ist das Gebiet rund um die Müritz ein eigenständiger Siedlungsraum. Der hier lebende slawische Stamm gab der Müritz ihren Namen: Morce = kleines Meer. Ihre Anwohner nannten sich Morizaner.

Ob es nun ein slawischstämmiger oder ein nach Osten kolonisierender deutscher Adeliger war, der die erste Burg in der Ludorfer Feldmark baute, liegt im Dunkeln der Geschichte. Auf jeden Fall war es ein Ritter namens Morin. Wipert von Morin war es auch, so ist es überliefert, der von einem Kreuzzug ins Heilige Land die Idee von der Form der Ludorfer Gutskirche mitbrachte. Einzigartig in Norddeutschland hat sie den gleichen Grundriss wie die Kirche vom Heiligen Grabe in Jerusalem. Geweiht 1346, geht man jedoch davon aus, dass sie noch gut 150 Jahre älter ist.

Im Auf und Ab der Geschichte hatte auch die Ludorfer Herrschaft nicht immer glückliche Zeiten. So war es der Henneke von Morin, der 1638 während des 30jährigen Krieges aus großer Not die Glocken der Kirche verkaufen musste, um ein Pferd zu erhalten, das ihn dann: „auf einer Schlöpe zu Grabe trecken mußte, inmaßen auch das Pferd nicht lange danach in einen Brunnen gefallen und elendig gestorben.“ (Visitationsprotokoll – 1640)

Nach dem Ende des 30jährigen Krieges wurde dann der alte Stammsitz der Morins aufgegeben (heute noch als Burgwall gut erhalten, ca. 500 m nördlich zur Müritz). Adam Levin von Knuth, dänischer Oberkammerjunker (1. Minister am Hofe des dänischen Königs Christian V. und dessen engster Ratgeber), baute 1698 das „neue Haus“ unter Verwendung der Steine der alten Burgmauern im Stile der „dänischen Klinkerrennaicance".

Und da steht es heute noch. „Seit mehr als 300 Jahren Mittelpunkt des wohl schönsten Guts Mecklenburgs, das als Halbinsel in den größten deutschen Binnensee, die Müritz, ragt, umgeben von Wasser, Moor und Schilf.“ (Götz von Bülow – letzter Besitzers 1945)

 

Aus unserem Hotel Blog: Ludorf und die Slawen

Anhänge:
DateiDateigröße
Diese Datei herunterladen (Geschichte_Gut_Ludorf.pdf)Ausführliche Geschichte des Gutes Ludorf 135 kB